18. September 2013 DIE LINKE. Paderborn

Oskar Lafontaine am 17.09. in Paderborn
400 Paderbornerinnen und Paderborner beim LINKEN Urgestein

Es war der Höhepunkt des Wahlkampfes in Paderborn und das erste Mal, dass Oskar Lafontaine für DIE LINKE nach Paderborn kam. Neben dem Kreisverband Paderborn beteiligten sich auch der Ortsverband Bad Lippspringe, die Linksjugend [’solid] Paderborn sowie Die Linke.SDS Paderborn an der Großveranstaltung.

Den Anfang machte Direktkandidat Siegfried Nowak. Er kritisierte dabei die Ellenbogengesellschaft, in der dereinzelne Mensch immer weniger wert ist und den Profitwahn der Wirtschaft. Er rief die Menschen zu mehr Solidarität auf und unterstrich dabei seinen Wahlkampfspruch: Mensch bleiben!

Danach sprach Kathrin Vogler, MdB, über das Zwei-Klassen-Gesundheitssystem dieses Landes und forderte die Politik auf, endlich eine einheitliche BürgerInnenversicherung einzuführen. Nur eine solidarische BürgerInnenversicherung kann tatsächlich die gesundheitlichen Belange aller Bürgerinnen und Bürger abdecken. Des Weiteren mahnte sie an, dass Gesundheit keine Ware ist.

Neben Kathrin Vogler sprach auch Inge Höger, MdB, auf der Wahlkampfveranstaltung. Sie unterstrich dabei erneut die friedenspolitischen Positionen der LINKEN und machte den Leuten klar, dass die herrschende Politik mit Bomben keinen Frieden schafft!

Gegen 16:00 Uhr kam Oskar Lafontaine. Herzlich und mit einem langen Klatschkonzert begrüßten die Paderbornerinnen und Paderborner Oskar. Er sagt den Menschen, wie es in Deutschland tatsächlich aussieht. Wenn die „Pfarrerstochter Angela“ davon redet, dass die Deutschen stolz sein können, dass es ihnen gut gehe, wen meint sie dann? Die prekär Beschäftigten? Und er macht die Gleichung auf: Prekäre Beschäftigung = Unsicherheit = Unfreiheit. „Darauf kann man nicht stolz sein – das kann man nicht weglächeln.“ Oskar plädiert für den gesetzlichen Mindestlohn, weil „Lohn was mit Menschenwürde zu tun hat.“ Lauter Beifall des Publikums!

Oskar redet von besseren Löhnen, dann gibt’s auch bessere Renten. Dabei führt er den Gästen vor Augen, dass dafür ein Mindestlohn von 10 Euro notwendig ist. Außerdem stellte er klar, dass ein Mindestlohn von 8,50 Euro, wie er von SPD und Grünen gefordert wird, nicht ausreichend sei und nicht vor Altersarmut schützt. Beifall des Publikums.

Des Weiteren rechnet Oskar mit Steinbrück ab: „Der hat ein kurzes Gedächtnis, weiß nicht mehr, dass er die Hartz IV Gesetze mitverantwortet hat.“ Er plädiert für ein gerechteres Steuersystem, in dem große Vermögen höher besteuert werden. Und er zitiert das kleine Gedicht von Brecht: „Reicher Mann und armer Mann“ und erinnert an die Worte von Balzac: „Hinter jedem großen Vermögen steht ein großes Verbrechen.“

Ein besonderes Anliegen ist Lafontaine auch, auf die Verlogenheit der Diskussionen um eine Militärintervention in Syrien einzugehen. Weil Wahl ist, reden sie alle sehr besorgt. Doch: „Die Humanität des Westens liegt in Öl“ - „Und Sie haben ein Herz für Kinder entdeckt, weil Öl drunter liegt.“

„Es nützt nichts, nur Gesichter auszutauschen: Die Politik muss anders werden: Freiheit und soziale Gerechtigkeit!  Deswegen DIE LINKE wählen!!!“

Die Gäste applaudieren, sind zufrieden, Oskar hat es wieder einmal geschafft: Die Finger in die Wunden der anderen Parteien zu legen, aber auch, den Menschen Mut zu machen, dass es anders geht.

Bilder: http://www.flickr.com/photos/97455099@N08/sets/72157635596448173/