18. September 2013 DIE LINKE. Herne/Wanne Eickel

Oskar Lafontaine in Wanne-Eickel: 400 aufmerksame ZuhörerInnen bei Abrechnung mit Schröder, Merkel und Co.

v. li.: MdB Sevim Dagdelen, Oskar Lafontaine, Direktkandidat Markus Dowe, MdEP Jürgen Klute

v. li.: MdB Sevim Dagdelen, Oskar Lafontaine, Direktkandidat Markus Dowe, MdEP Jürgen Klute

Freitagnachmittag am Buschmannshof in Wanne-Eickel/ Herne: Rund 400 Menschen kamen und blieben an diesem 13. September. Eingeladen hatte DIE LINKE Herne/ Wanne-Eickel zu einer zentralen Diskussions- und Kulturveranstaltung. Die Rock-Pop -Romantic-Band „Sinister Urge“, die seit 20 Jahren zum Musikleben in Wanne und Herne gehört, stimmte die Anwesenden auf diesen Nachmittag ein.

In der sich anschließenden Talkrunde, die sich wesentlich damit beschäftigte, warum man wählen gehen soll dann DIE LINKE, wandte sich Sevim Dagdelen (MdB der LINKEN aus Bochum) gegen jegliche Kriegsbeteiligung Deutschlands  und setzte sich für Soliprogramme für von Arbeitslosigkeit bedrohte ArbeitnehmerInnen, wie etwa bei Opel in Bochum, ein. Markus Dowe, Direktkandidat aus Herne, ergänzte die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn mit dem Anspruch: „Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können, dann geht’s auch den Menschen gut“. Der Herner Europaparlamentarier Jürgen Klute wies in seinem engagierten Redebeitrag darauf hin: „Ganz Europa schaut momentan nach Deutschland. Ein Politikwechsel in Europa, weg von der Austeritätspolitik, den immerwährenden Kürzungsprogrammen hin zu einem solidarischen Europa  kann nur mit einer anderen Bundesregierung kommen. Darauf hoffen gerade die Krisenländer.“

Insofern ist die LINKE „alternativlos“, wie Markus Dowe augenzwinkernd mit Blick auf die anderen Parteien formulierte, bzw., nahm Jürgen Klute den Ball auf: „DIE LINKE bietet Alternativen.“

Und dann kommt Oskar:

Gespannt aufmerksame Ruhe auf dem Platz. Und Oskar sagt den Menschen, was los ist. Wenn Merkel davon redet, dass die Deutschen stolz sein können, dass es ihnen gut gehe, wen meint sie dann, die prekär Beschäftigten? Und er macht die Gleichung auf: Prekäre Beschäftigung = Unsicherheit = Unfreiheit. „Darauf kann man nicht stolz sein – das kann man nicht weglächeln.“ Oskar plädiert für den gesetzlichen Mindestlohn, weil „Lohn was mit Menschenwürde zu tun hat.“ Lauter Beifall des Publikums!

Oskar redet von besseren Löhnen, dann gibt’s auch bessere Renten. Schon jetzt sind die Renten für viele schlechter als in anderen Ländern Europas.

Er rechnet ab mit der Lüge, es sei alles unbezahlbar: Geld für die Rettungsschirme der Banken war und ist da und es kommt den Reichen zugute. Und: „Die Schulden der Staaten sind das Geld der Reichen.“

Und er rechnet ab mit Steinbrück, „der hat ein kurzes Gedächtnis, weiß nicht mehr, dass er die Hartz IV-Gesetze mit verantwortet hat.“

Er plädiert für ein gerechteres Steuersystem, in dem große Vermögen höher besteuert werden. Und er zitiert das kleine Gedicht von Brecht: „Reicher Mann und armer Mann“ und erinnert an die Worte von Balzac: „Hinter jedem großen Vermögen steht ein großes Verbrechen.“

Ein besonderes Anliegen ist Lafontaine auch, auf die Verlogenheit der Diskussionen um eine Militärintervention in Syrien einzugehen. Weil Wahl ist, reden sie alle sehr besorgt. Doch: „Die Humanität des Westens liegt in Öl“ - „Und Sie haben ein Herz für Kinder entdeckt, weil Öl drunter liegt.“

„Es nützt nichts, nur Gesichter auszutauschen: Die Politik muss anders werden: Freiheit und soziale Gerechtigkeit!  Deswegen DIE LINKE wählen!!!“

Die ZuhörerInnen applaudieren, sind zufrieden, Oskar hat´s wieder einmal geschafft: Die Finger in die Wunden der anderen Parteien zu legen, aber auch, den Menschen Mut zu machen, dass es anders geht.

„Vieles war richtig“, sagt ein 76-jähriger Rentner aus Wanne-Eickel am Rande der Kundgebung nach der Rede Oskar Lafontaines. Vor allem „das mit den Löhnen“. Er sei mal selbstständig gewesen, erzählt er. „Aber ich habe meine Gesellen immer vernünftig bezahlt.“ Er werde wohl am 22. September die Linke wählen: „Zum ersten Mal.

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