4. August 2013 DIE LINKE. Essen

Gelungener Wahlkampfauftakt für die Essener LINKE

DIE LINKE. beim Ruhr CSD

DIE LINKE. beim Ruhr CSD

Mit dem Kölner CSD kann der Essener „Christopher Street Day“, der seit zehn Jahren immer am ersten Augustsamstag auf dem Kennedyplatz stattfindet, sicher nicht mithalten. Zudem kamen am 3. August 2013 aufgrund der Sommerferien etwas weniger Teilnehmende als in den Vorjahren. Trotzdem: Für die Gleichstellung aller Lebensweisen einzutreten, ist immer angesagt. Diesmal stand der Ruhr-CSD unter dem passenden Motto: „Gleiche Rechte – nur mit uns!“

Für DIE LINKE ist dies selbstverständlich, auch im Programm zur Bundestagswahl bildet die Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik ein wichtiges Kapitel. Vertreten waren – neben den „Größen“ der örtlichen schwul-lesbischen Bewegung wie dem Forum Essener Lesben und Schwule (FELS), Essen andersrum e.V., der Aids-Hilfe usw. – auf dem CSD aber auch die anderen Parteien aus Bundes- und Landtag, dazu einige Kleinparteien und die Gewerkschaft ver.di.

Wir hatten einen guten Stand, in doppelter Hinsicht. Insbesondere die „Devotionalien“ gingen gut weg, von Buttons, Aufklebern, Bonbons und Fruchtgummis bis zu Kondomen. Hier hat die Partei dazu gelernt: Die neuen Kondome sind aus Naturkautschuk und für Latexallergiker geeignet. Inhaltlich fand der Anti-Nazi-Button der LAG Queer besonders guten Absatz, dies bot vielfach Gelegenheit, auch politisch weniger Interessierten das neue Faltblatt mit den LINKEN Forderungen zur Antidiskriminierung und Gleichstellung oder unseren neuen „Essener Morgen“ an die Hand zu geben. Und da war noch der Gala-Auftritt der „Rosa Sau“ aus Neuss, die sich auf der „Kumpelparade“ vom Willy-Brandt-Platz zum Kennedyplatz die Beine vertrat und anschließend am Stand den Blickfang abgab – ein echter Hingucker und beliebtes Fotomotiv.

Auf der Bühne des Ruhr-CSD ging dann ab 13.30 Uhr die Post ab mit nachgesungenen deutschen Schlagern, gekonnt vorgetragen von Transen in schrillem Outfit, mit Tanzgruppen und diversen anderen KünstlerInnen bis in den Abend. Sicher nicht jedermanns und jederfraus Geschmack, aber für Alle war etwas zum Feiern dabei.

Die Politik ist eher am Rande Teil dieses Events. Zwei kurze Podiumsgespräche zu bundes- und kommunalpolitischen Themen mit VertreterInnen von sechs Parteien waren angesetzt. Unsere Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke vertrat die LINKEN Positionen zur steuerlichen Gleichstellung und dem Adoptionsrecht für Lesben und Schwule. Leider kam sie nur einmal zu Wort, da der Moderator deutliche Sympathien für rot-grün erkennen ließ und die kleineren Parteien öfter mal überging.

In der kommunalpolitischen Runde ging es um die Einrichtung einer städtischen Koordinierungsstelle für Lesben, Schwule und Transgender, um die Umsetzung des kommunalen Handlungsprogramms für gleichgeschlechtliche Lebensweisen von 2011 zu unterstützen. Von FELS seit langem gefordert, hatte Sozialdezernent Renzel (CDU) vor einigen Tagen überraschend die Einrichtung dieser Stelle noch vor der Kommunalwahl in Aussicht gestellt. Genau in diesen Zusammenhang stellt unsere Ratsfrau Janina Herff die Ankündigung Renzels: Es müsse sich angesichts der leeren Kassen der Stadt erst noch erweisen, welche Versprechen nach der Wahl wieder gebrochen würden.

Fazit: Der Auftritt der LINKEN auf dem Ruhr-CSD hat sich auch in diesem Jahr wieder gelohnt. Wir kamen gut rüber, am Stand und in den Diskussionen. Ein gelungener Wahlkampfauftakt für unseren Kreisverband.

Bericht: Ralf Fischer