8. September 2013 DIE LINKE. Wuppertal

Oskar Lafontaine in Wuppertal

Auf dem Willy-Brandt-Platz in Wuppertal versammelten sich am 3. September 2013 etwa fünf- bis sechshundert Menschen, um den Reden der lokalen Kandidaten der LINKEN für die Bundestagswahl, Gunhild Böth und Bernhard Sander, und Oskar Lafontaine als Gastredner interessiert und aufmerksam zu folgen.

Das Wetter spielte mit: Es war angenehm warm, und kein Regenschirm verhinderte den Blick auf die Bühne, wo zwischen den Interviews mit den Kandidaten und der einstündigen Rede Lafontaines Karl Hundsdorfer Rockmusik aus den Sechzigerjahren spielte.

Alle drei Kandidaten nannten „Gerechtigkeit“, als sie nach ihrem Engagement für die Politik der „Linken“ befragt wurden. So waren denn auch die zentralen Themen Rentengerechtigkeit, Abbau der prekären ungerechten Arbeitsverhältnisse, mehr Sozialstaat undd eine friedliche Außenpolitik.

Oskar Lafontaine bezog sich bei dem letzten Punkt ausdrücklich auf den Friedensnobelpreisträger Willy Brandt, der sich – an ders als Barack Obama - wirklich für Frieden eingesetzt hat: „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“ Hart griff er die Bundesregierung an, die mit ihren Waffenexporten in Krisengebiete die Konflikte schüre, und die Medien, die die Kriegsrhetorik massenhaft unter die Leute bringe und sie damit verdumme. Er rechnete insgesamt mit den Parteien im Bundestag ab, die alle gemeinsam gegen die Interessen der deutschen Bevölkerung gestimmt hätten, sei es die Agenda 2010, die von Steinbrück immer noch verteidigt werde, sei es die sogenannte Griechenlandrettung, die von Merkel als alternativlos durchgesetzt werde. Vehement setzte Lafontaine sich für den Gebrauch einer ehrlichen Sprache ein, die sagt, was ist, und nicht die Interessen einer Minderheit, der Reichen, als die Interessen der Mehrheit beschreibt.

Deshalb rief er zur Wahl der LINKEN auf, weil sie die einzige Partei ist, die allen anderen Parteien, einschließlich der Partei „Die Grünen“, unangenehme Fragen nach den tatsächlichen Verhältnissen stellt und nicht aufhört, Gerechtigekeit einzufordern.

Wie immer war Lafontaines Rede nicht nur voller Beispiele für die bundesrepublikanische Wirklichkeit („Die Riesterrente ist ein einziger Betrug an der arbeitenden Bevölkerung – die gesetzliche Rente muss wieder her!“), sondern auch humorvoll. So entwarf er ein Bild für die Medien, dass Politiker auf ihrer Kleidung das Logo des Unternehmens tragen sollten, dessen Interessen sie vertreten.

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