8. September 2013 DIE LINKE. Krefeld

Sevim Dagdelen und Oskar Lafontaine in Krefeld

MdB Sevim Dagdelen (re.) und Oskar Lafontaine in Krefeld

MdB Sevim Dagdelen (re.) und Oskar Lafontaine in Krefeld

Weit über zweihundert Bürgerinnen und Bürger fanden sich am Samstag, den 07. September 2013, in Krefeld im Alevitischen Kulturzentrum zur einzigen Indoor-Veranstaltung mit prominenten Politiker_innen der LINKEN ein. Erwartet wurden die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen und der saarländische Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Oskar Lafontaine. Die Kreissprecherin Heidrun von der Stück eröffnete und moderierte die Veranstaltung.

Sie begrüßte die Direktkandidat_innen Gabriele Kaenders und Manfred Büddemann. Beide stellten sich in kurzen Reden dem Publikum vor und gaben anschließend Gelegenheit Fragen zu stellen.

Im Anschluss daran sprach die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen zu den Anwesenden. Schwerpunkte ihrer Rede waren die Themen Arbeitsplatzsicherung und Frieden. Dagdelen betonte, dass es sowohl bei der Schließung des Bochumer Nokia-Werkes als auch bei der drohenden Vernichtung der Arbeitsplätze bei Opel Bochum um die Maximierung der Gewinne der Kapitaleigner geht.

Die Krise in Syrien sei eine Bedrohung des Weltfriedens, da ein militärischer Angriff unabsehbare Folgen haben könne. Da ca. 300 deutsche Soldaten entlang der türkischen Grenze mit Patriot-Raketen stationiert sind, bestehe durchaus die Gefahr, dass die Bundesrepublik Deutschland in einen militärischen Konflikt verwickelt wird.

Anträge zum Thema Frieden der LINKEN würden grundsätzlich von den anderen Parteien im Bundestag abgeschmettert, bedauerte Dagdelen. Das obwohl 66 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen einen Kriegseinsatz in Syrien sind.

Nach einer kurzen Pause traf dann der mit Spannung erwartete Oskar Lafontaine ein. Schon im Eingangsbereich wurde er mit herzlichem Applaus empfangen. Zusammenfassend lässt sich sagen, das seine Rede folgenden Vierzeiler von Berthold Brecht, den er auch wörtlich zitierte, zum Kernthema hatte.

Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sah'n sich an
Und der Arme sagte bleich:
"Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."

Scharf griff er Bundeskanzlerin Merkel an. Lafontaine wörtlich: „Wenn Merkel ständig behauptet Deutschland geht es gut, hat sie keine Ahnung mehr, wie es einem Teil der Bevölkerung wirklich geht.“

Als fast lächerlich empfindet er die Tatsache, dass 500 Manager, von der Zeitschrift Handelsblatt befragt, einen höheren Mindestlohn fordern als SPD und Gewerkschaften.

Lafontaine fordert ein klares Verbot der Parteienfinanzierung durch Versicherungen und Großkonzerne. Er wolle keine gekaufte Politik. DIE LINKE ist die einzige Partei, die ohne Zuwendungen des Kapitals politisch arbeitet.

Weitere Inhalte seiner exzellenten Rede waren u.a. eine verfehlte Rentenpolitik und Hartz IV.

Bei letzterem forderte er die Streichung sämtlicher Sanktionen.

Wie immer wurde seine fast einstündige Rede – in der er zum Schluss die Menschen aufforderte DIE LINKE zu wählen – mit begeistertem Applaus beendet.

Fotos von der Veranstaltung zum Download gibt es hier ...