1. September 2013 DIE LINKE. Herne

Tatort: Herne, 31. August 2013, Boxring Am Freibad

Klaus Ernst im Boxring

Klaus Ernst im Boxring

Klaus Ernst mit Direktkandidat Markus Dowe

Klaus Ernst mit Direktkandidat Markus Dowe

Klaus Ernst im Publikum

Klaus Ernst im Publikum

Im Ring: Andreas Meyer-Lauber, DGB-Vorsitzender in NRW

Im Ring: Andreas Meyer-Lauber, DGB-Vorsitzender in NRW

Einen illustren Ort oder wie man heutzutage sagt: Eine interessante Location hatte sich die IG BAU für ihre Veranstaltung: „Wir kämpfen für die Rente“ ausgesucht: Die voll besetzte Boxhalle des Boxring Schwarz-Weiß Unser Fritz 1984 e.V. in Herne bot das Ambiente für eine Podiumsdiskussion, in der Kandidatinnen und Kandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und DIE LINKE sich den Fragen und Anforderungen von GewerkschafterInnen stellten.

Das Publikum votete nach jedem Statement mit roten, gelben oder grünen Karten, wie weniger oder mehr überzeugend es die dargebotenen Bekundungen fand.

Die GewerkschaftsvertreterInnen machten in ihren Statements klar: Rente mit 67 – das schaffen wir nicht! und stellten eindeutig die Forderung nach Rücknahme derselben in den Zusammenhang der Forderungen nach gesetzlichem Mindestlohn, Abschaffung von Leiharbeit und Minijobs, Sozialversicherungspflicht für alle Arbeitsverhältnisse und Schluss mit dem Missbrauch von Werkverträgen. Forderungen, die DIE LINKE bis auf den viel zu gering angesetzten Mindestlohn so mit unterschreiben können.

Andreas Meyer-Lauber, DGB-Vorsitzender in NRW, fand klare Worte und beeindruckte durch entlarvende Fakten, die z.B den Anstieg von Leiharbeit und Minijobbs in den letzten 10 Jahren nach der Schröderschen Arbeitsmarktderegulierung darlegten. Kostprobe gefällig? Es ist errechnet worden, dass ein Minijobber 156 Jahre arbeiten muss, um ein Rentenniveau auf Hartz IV-Niveau zu erreichen...

Um es gleich vorweg zu sagen: Ginge es nach den heute in Herne versammelten Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern setzen sie eindeutig auf DIE LINKE und – mit wenigen Abstrichen - auf die SPD. Grüne wurden so lala akzeptiert, die CDU musste mehrheitlich rote Karten verkraften und der FDP-Vertreter wäre vom Publikum am liebsten aus dem Ring wegen technischen K.O.s entfernt worden und erhielt die klare Aufforderung: du kannst nach Hause gehen!

Während die VertreterInnen von CDU (Ingrid Fischbach), Grünen (Markus Kurth) und FDP (Ulrich Alda) auf die eindeutige Frage: Halten Sie an der Rente mit 67 fest?, ein eindeutiges Ja - mit möglichen Zugeständnissen an Ausnahmeregelungen für besonders belastete Berufe – zugaben, überzeugten Klaus Wiesehügel für die SPD und Klaus Ernst (DIE LINKE) die Anwesenden mit einem klaren Nein zur Rente mit 67.

Allein: Klaus Ernst goss Wasser in den Wein der Sozen. Denn: Peer Steinbrück hat unlängst in der Pressekonferenz zu seinem 100-Tage-Programm der Aussetzung der Rente mit 67 eine Absage erteilt...Auch frischte Klaus Ernst die Erinnerung von CDU und SPD auf, was die Einführung der Rente mit 67 angeht: Die CDU hatte sie seinerzeit bereits im Wahlprogramm stehen, die SPD nicht, machte sich aber zum willfährigen Gehilfen.

Klaus Wiesehügel, den Klaus Ernst eher bedauernd als Kandidat der SPD und als Schattenarbeitsminister einer Steinbrück-Regierung sieht, gab sich dennoch überzeugt, dass er, wenn es denn so käme, etwas bewegen könnte, „sonst sei er weg“. Er schoss in Richtung LINKE, dass sie endlich aufhören müsse, die SPD als ihren Hauptfeind zu sehen, denn der sitze doch wohl in der jetzigen Regierung. Am Rande konnte man ihn auch vernehmen hören, dass er beklagte, die seinerzeit aus Protest gegen die unsoziale Schröder-Politik aus der SPD ausgetretenen Genossen, hätten ihn mit den Rechten in der Partei allein gelassen...

Seine Beteuerungen, ein rechtschaffener Sozialdemokrat zu sein, wurde aus dem Publikum mit der Aussage quittiert: „Willse das mit Steinbrück, Müntefering oder gar mit diesem Schröder erreichen?  Kämpf doch besser dafür, dass die DIE LINKE anerkannt wird, um mit ihr die Dinge zu verändern!“

Eine gelungene Veranstaltung für DIE LINKE, die Holger Vermeer, IG BAU-Regionalleiter Rheinland und Mitglied der LINKEN, mit den Worten: „Her mit dem schönen Leben!“ beschloss.