Respekt vor den Menschen

Erkan Kocalar ist einer der Bürgermeister in Duisburg und Betriebsrat bei Thyssen. Seit 30 Jahren setzt er sich für soziale Teilhabe und Integration ein.

1974 kam Erkan Kocalar als Kind aus Izmir nach Duisburg, der Vater arbeitete bei Thyssen. „Mich sozial zu engagieren, das habe ich von meiner Mutter“, erinnert er sich und lässt 3 Jahrzehnte seines Wegs Revue passieren. Vom Schülersprecher zum Auszubildendenvertreter, SPD und IG Metall mit Funktionen auch auf Landesebene. Kocalar wurde der eingewanderte Vorzeige-Sozi und Experte für Intergrationsfragen.

Der Bruch mit der Agenda-SPD

„Nach Schröders Hartz-Agenda war 2003 für mich Schluss.“ Als Kocalar die SPD verließ, nahmen ihm das viele übel. „Anfangs war es hart, auch in der IG Metall. Ich wollte gar keine Parteipolitik mehr machen“. Doch 2005 zog er mit der LINKEN in den Stadtrat ein. Er kannte bereits Genossen aus den Betrieben. „Vor allem aber“, so der heute 44jährige „nahm man mich und das Thema Integration dort ernst. Hier sind Einwanderer keine Außenseiter.“

„Lasst uns hier nicht untergehen!“

Seit 4 Jahren ist Kocalar nun ehrenamtlicher Bürgermeister, besucht Schulen und Vereine. Duisburg hat große Probleme, die Industrie schrumpft, die Armut steigt, die Stadt ist hoch verschuldet. 

„Wir haben hier alles versucht, um die Probleme vor Ort zu lösen. Wenn jetzt auf Bundesebene nicht umverteilt wird, gehen Städte wie Duisburg unter.“ Kocalar ist empört. „Als Betriebsrat im Stahl, als Ansprechpartner der Menschen in meiner Stadt, für welche Partei soll ich denn sonst sein, wenn nicht für DIE LINKE?“